Demenz als VolkskrankheitLangsam gewöhnt sich unsere Gesellschaft daran, daß die Demenz fast eine
Volkskrankheit der zweiten Lebenshälfte geworden ist. Im Grunde ist die
steigende Häufigkeit von Demenzen eine Nebenerscheinung unserer hohen
Lebenserwartung. Demenz war bis vor Jahren eine Diagnose, die standardmäßig Schrecken hervorbrachte. Inzwischen ist fast jeder mindestens aus weitläufiger Bekanntschaft oder Verwandtschaft damit in Kontakt gekommen.
Dank ambulanter Hilfen und möglichst frühzeitiger medikamentöser Behandlung können viele leicht oder mittelschwer betroffene Demenzkranke aber lange Zeit in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben. Ein gewisser Schwund an Gedächtnisleistung kann bei rechtzeitig einsetzende Hilfsmaßnahmen für eine gewisse Zeit verkraftet werden.
Früherkennung und baldiger Behandlungsbeginn wichtigEs gibt medizinisch viele diagnostisch bedeutsame Demenzformen, in jedem Fall gilt: Schon bei leichter oder nur vermuteter Demenz sollte eine Diagnostik in Gang kommen. denn für Betroffene und Angehörige ist die Nutzung aller Möglichkeiten entscheidend, den Verlauf möglichst früh zu beinflussen.
Ziel: möglichst langer Erhalt der häuslichen Umgebung
Werden anfänglich leichtere Defizite von den Betroffenen gern heiter überspielt, können später Reizbarkeit und depressive Verstimmungen im Vordergrund stehen. Überforderung und Verzweiflung können schon bei alltäglichen Aufgaben auftreten. Sobald Verhaltensstörungen und später motorischer Abbau hinzukommen, wird oft stationäre Versorgung nötig. Um eben dies so lange wie möglich hinauszuzögern, ist ein frühzeitiger Behandlungsbeginn entscheidend.
Glücklicherweise kann man bei früher Diagnostik und früh begonnener Behandlung gegensteuern, mindestens mit dem Ziel, das Fortschreiten von Merkschwäche und Konzentrationsminderung zu dämpfen. Die Basisdiagnostik umfasst EEG, Testverfahren wie zum Beispiel DemTect, ggf. auch Bildgebende Verfahren wie MRT des Schädels helfen bei der Diagnosestellung, die Unterscheidung der verschiedenen Demenzformen bleibt aber auf viel Erfahrung in der Erfassung der Symptomentwicklung angewiesen.
Demenz betrifft alle Beteiligten - Helfer schützen
Eine fortgeschrittene Demenz beschränkt sich aber nicht nur auf Merkschwäche, sie kann auch emotionale Schwankungen bis hin zu Aggressivität und schwere Verhaltensstörungen mit sich bringen, später auch motorische Ausfallserscheinungen. Spätestens dann wird klar, daß professionelle Hilfe notwendig ist, damit die Helfer nicht selbst erkranken, oftmals an Erschöpfungsdepression.
Hier gilt die Faustregel: je stärker eine Demenzerkrankung um sich greift, um so weniger bekommt die erkrankte Person davon mit, umso mehr leiden aber die Verwandten.
Die häusliche Versorgung bei fortgeschrittener Demenz ist Herkulesarbeit. Sie funktioniert längerfristig oft nur, wenn Hilfsangebote regelmäßig bereitstehten. Helfer und Erkrankte brauchen auch Pausen voneinander. Beratung und Selbsthilfegruppen helfen den Angehörigen. Für Erkrankte gibt es Gedächtnistraining, Beschäftigungs- und Betreuungsangebote, die auch als "Tagespflege" durchgeführt werden.
Auf diesem Gebiet leisten in Bochum die Alzheimerhilfe des DRK und die Alzheimergesellschaft Bochum e.V. vielseitige Hilfe.
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