Demenz als gesellschaftliche Aufgabe
Demenz war bis vor Jahren eine Diagnose, die standardmäßig Schrecken hervorbrachte. Langsam gewöhnt sich unsere Gesellschaft daran, daß die Demenz fast eine
Volkskrankheit der zweiten Lebenshälfte geworden ist. Im Grunde ist die
steigende Häufigkeit von Demenzen eine Nebenerscheinung unserer hohen
Lebenserwartung. Dank ambulanter Hilfen und möglichst frühzeitiger medikamentöser Behandlung können viele Demenzkranke aber lange Zeit in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben. Ein zunehmender Schwund an Gedächtnisleistung und Selbständigkeit kann nur bei rechtzeitig einsetzender Unterstützung mit dem Verbleib in den eigenen vier Wänden ermöglicht werden. Genau hier wird in den nächsten Jahren der Bedarf an Professioneller Hilfe enorm steigen, es werden damit auch viele Arbeitsplätze entstehen.
Demenz ist mehr als Vergesslichkeit
Werden anfänglich leichtere Defizite von den Betroffenen gern heiter
überspielt, können später Reizbarkeit und depressive Verstimmungen im
Vordergrund stehen. Überforderung und Verzweiflung können schon bei
alltäglichen Aufgaben auftreten. Sobald im fortgeschrittenen Stadium Verhaltensstörungen und später
motorischer Abbau hinzukommen, wird oft stationäre Versorgung nötig. Um
dies so lange wie möglich hinauszuzögern, ist ein frühzeitiger
Behandlungsbeginn entscheidend.
Helfer schützen
Eine fortgeschrittene Demenz beschränkt sich aber nicht nur auf
Merkschwäche, sie kann auch emotionale Schwankungen bis hin zu
Aggressivität und schwere Verhaltensstörungen mit sich bringen, später
auch motorische Ausfallserscheinungen. Spätestens dann wird klar, daß
professionelle Hilfe notwendig ist, damit die Helfer nicht selbst
erkranken, oftmals an Erschöpfungsdepression.
Hier gilt die Faustregel: je stärker eine Demenzerkrankung um sich
greift, um so weniger bekommt die erkrankte Person davon mit, umso mehr
leiden aber die Verwandten.
Die häusliche Versorgung bei fortgeschrittener Demenz ist
Herkulesarbeit. Sie funktioniert längerfristig oft nur, wenn
Hilfsangebote regelmäßig bereitstehten. Helfer und Erkrankte brauchen
auch Pausen voneinander. Viele Angehörige der Pflegeberufe könne auf jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit Demenzkranken zurück greifen, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen helfen den
Angehörigen. Für Erkrankte gibt es Gedächtnistraining, Beschäftigungs-
und Betreuungsangebote, die auch als "Tagespflege" durchgeführt werden.
Auf dem Gebiet von leisten in Bochum die Alzheimerhilfe des DRK und die Alzheimergesellschaft Bochum e.V. vielseitige Hilfe. Frühdiagnose wichtig
Schon bei leichter oder nur vermuteter Demenz sollte eine Diagnostik in Gang kommen. Es gibt zahlreiche Demenzformen, auf die hier nicht näher eingegangen wird. Apparative Untersuchungen wie Ableitung der Hirnströme (EEG), Schichtbilduntersuchungen des Schädels (CT oder MRT) und sprachgestützte Gedächtnistestverfahren wie zum Beispiel DemTect, helfen bei der Diagnosestellung. In manchen Fällen ist eine stationäre Untersuchung in der Klinik beispielsweise zur Untersuchung des Nervenwassers sinnvoll. Die Unterscheidung der verschiedenen Demenzformen bleibt aber auf viel Erfahrung in der Erfassung der Symptomentwicklung angewiesen. Die Behandlung beginnt im Anfangsstadium mit dem Ziel, das
Fortschreiten der Merkschwäche zu bremsen, später, die Stimmungslage zu
stützen und Unruhezustände oder aggressive Verhaltensweisen zu dämpfen. Wie bei vielen anderen Erkrankungen gilt: jede Demenz verläuft sehr individuell.
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