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Polyneuropathie

Polyneuropathie bedeutet übersetzt "Erkrankung vieler Nerven".

Sie kennt viele Variationen. Die häufigste Form betrifft die Unterschenkel und Füsse. Meist fängt sie an "wie ein Socken", wandert dann aufwärts "wie ein Kniestrumpf" und kann sehr unangenehme Mißempfindungen wie Taubheit, Kribbeln, "Ameisenlaufen", Schmerzen, Krämpfe, "RLS" und auch Lähmungserscheinungen mit sich bringen.

Die feinsten Verzweigungen der Nerven in der Peripherie sind bei dieser Form also zuerst betroffen.

Auch innere Organe können unter Nachlassen der Nervenfunktion leiden mit der Folge von Herzrhythmus- und Kreislaufstörungen, Verdauungsbeschwerden.

Hierzulande ist die Polyneuropathie meist erworben durch Diabetes und Alkoholkonsum, mitunter durch bestimmte Medikamente, Chemotherapie, Rheuma oder aber durch eine Reihe sehr seltener, manchmal angeborener Ursachen.

Sie läßt sich durch die neurologische Untersuchung, Messung der Vibrations- und Temperaturempfindung und bestimmter weiterer Tests wie Messung der Nervenleitgeschwindigkeit nachweisen.

Ergänzende Blutuntersuchungen helfen bedarfsweise bei der Bestimmung der Ursache, von der die Auswahl der Therapie abhängt, denn eine einfache Pauschaltherapie für alle Fälle gibt es nicht.

Häufigste Massnahme: Normalisierung der Blutzuckerwerte. Spezielle Akupunktur und Naturheilverfahren sind sinnvoll. Durchblutungsfördernde Maßnahmen wie Wechselbäder können täglich zu Hause durchgeführt werden - aber Vorsicht: die Temperatur muß überwacht werden, mit einem Thermometer oder mit einer unbetroffenen Hand, damit keine Verbrühungen auftreten.

Gerade bei Diabetikern ist eine frühe Diagnostik zur Bestandsaufnahme wichtig: Die Entwicklung einfach auszusitzen, kann zum Vollbild "Diabetischer Fuß" mit schwer heilenden Wunden und schlimmstenfalls Amputationen führen. Daher besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Neurologen in der Früherkennung der Polyneuropathie auch im Rahmen des "DMP-Programms".